Unsere Vision –

„Der wichtigste Schutz vor Lungenkrebs ist die Risikovermeidung. Da Rauchen das größte Risiko für Lungenkrebs darstellt, ist Nichtrauchen die beste Möglichkeit, das Risiko zu verringern."

Die fünf wichtigsten Fragen nach der Diagnose

Lungenkrebs geht meist von entarteten Zellen der Schleimhaut aus, die die unteren Atemwege (= Bronchien) auskleidet. Grundsätzlich werden zwei Hauptformen von Lungenkrebs unterschieden, die sich in der Aggressivität und der Prognose (möglicher Krankheitsverlauf) unterscheiden:

Kleinzellige Form (SCLC)

Die kleinzellige Form des Lungenkrebses wächst besonders schnell und macht circa 15 Prozent aller Lungenkrebsfälle aus. Nach der englischen Bezeichnung wird diese Form auch SCLC abgekürzt („small cell lung cancer“ = kleinzelliges Lungenkarzinom).

Nicht-kleinzellige Form (NSCLC)

Die nicht-kleinzellige Form kommt mit circa 85 Prozent am häufigsten vor. Nach der englischen Bezeichnung wird diese Form auch NSCLC genannt („non-small cell lung cancer“ = nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom). Je nachdem von welchen Zellen innerhalb der Lunge der Krebs ausgeht, werden die nicht-kleinzelligen Lungentumoren noch unterteilt in Plattenepithelkarzinome und Nicht-Plattenepithelkarzinome, zu denen auch Adenokarzinome sowie großzellige Karzinome der Lunge gezählt werden.

Schätzungsweise 40 Prozent der nicht-kleinzelligen Lungenkrebsform sind Adenokarzinome, die sich meist in den äußeren Lungenbereichen bilden. Diese Lungenkrebsart neigt zu einem vergleichbar langsameren Wachstum als die anderen Lungenkrebsformen. Bei Nichtrauchern ist sie die am häufigsten auftretende Form von Lungenkrebs.

30 Prozent der nicht-kleinzelligen Lungenkrebsform sind Plattenepithelkarzinome. Bei einem Plattenepithelkarzinom handelt es sich um einen bösartigen Tumor, der von bestimmten Haut- oder Schleimhautzellen ausgeht, die das sogenannte Plattenepithel bilden. Lungentumoren aus plattenepithelialen Zellen entstehen meist in den zentralen Bereichen der Lunge und finden sich häufig bei Rauchern.

10-15 Prozent gehören zur Gruppe des großzelligen Karzinoms. Diese Form kann von jedem Teil der Lunge ausgehen und zeichnet sich durch ein schnelles Wachstum und eine frühe Ausbildung von Metastasen in anderen Organen aus.1

Lungenkrebsarten

Die Bestimmung des Tumorstadiums hilft dabei, die Ausbreitung möglichst exakt einschätzen zu können und gibt wichtige Informationen für die weitere Therapieplanung:

  • T = Tumor: Größe und Ausdehnung des Tumors in der Lunge
  • T1: Tumor ≤ 3 cm
  • T2: Tumor > 3 bis 7 cm
  • T3: Tumor > 7 cm oder Tumor jeder Größe, der in das umliegende Gewebe wächst (z. B. Brustfell, Zwerchfell oder Lungenfell)
  • T4: Tumor wächst weiter über die Lungengrenzen hinaus in das umliegende Gewebe (z. B. Herz, Luft- oder Speiseröhre)
  • N = Lymphknoten (engl. Lymph nodes): Anzahl und Lage der befallenen Lymphknoten
  • N0: keine Lymphknotenmetastasen
  • N1: Metastasen in benachbarten Lymphknoten der gleichen Seite
  • N2: Metastasen in weiter entfernten Lymphknoten der gleichen Seite
  • N3: Metastasen in Lymphknoten des anderen Lungenflügels
  • M = Metastasen: Abwesenheit oder Vorhandensein von Tochtergeschwülsten (Fernmetastasen) in anderen Organen
  • M0: keine Metastasen nachweisbar
  • M1: krebsbedingte Flüssigkeitsansammlung (Erguss) im Lungenfell oder Herzbeutel oder Tumorherde im anderen Lungenflügel (M1a) oder Fernmetastasen (M1b)

Wird Lungenkrebs in den frühen Stadien I und II als Einzeltumor ohne erkennbare Ausbreitung diagnostiziert, ist die Prognose insgesamt gut und die vollständige Entfernung des Tumors mittels Operation wird angestrebt. Die Operation bietet dann die größte Chance auf eine komplette Heilung. Wird Lungenkrebs jedoch erst erkannt, wenn er sich bereits ausgebreitet hat (fortgeschrittene Stadien III und IV), ist eine Heilung meist nicht mehr möglich.2

Grundsätzlich werden vier Tumorstadien unterschieden (vereinfachte Darstellung)

Mit Hilfe der TNM-Klassifikation kann der behandelnde Arzt eine Stadieneinteilung (Staging) der Tumorerkrankung vornehmen und damit die individuelle Therapieentscheidung und die Prognose für Patienten besser einschätzen.

Tumorstadien bei Lungenkrebs

Steht die Diagnose „Lungenkrebs“ zweifelsfrei fest, sollten in einem ausführlichen Arzt-Patienten-Gespräch das genaue Ergebnis der Untersuchungen, die Behandlungsmöglichkeiten und die individuellen Heilungschancen (Prognose) besprochen werden.

Die Behandlung von Lungenkrebs richtet sich nach dem Erkrankungsstadium, das mittels TNM-Klassifikation festgelegt wurde. Ziel der Behandlung ist es, die Erkrankung dauerhaft zu heilen oder zumindest weiteres Tumorwachstum zu verhindern und die Lebensqualität der Patienten so lange wie möglich zu erhalten.

Operation

Ziel einer Operation ist es, den Tumor und ggf. bereits bestehende Tochtergeschwülste (Metastasen) chirurgisch zu entfernen.3

Strahlentherapie

Bei der Strahlentherapie werden Krebszellen von außen mittels energiereicher Strahlung zerstört. Die Strahlentherapie wird bei Lungenkrebs unter anderem eingesetzt, wenn der Tumor durch eine Operation nicht (komplett) entfernt werden kann oder wenn Lymphknoten befallen sind.4

Chemotherapie

Bei einer Chemotherapie werden Medikamente (Zytostatika) verabreicht, die die Zellteilung und damit auch das Wachstum von Krebszellen im ganzen Körper hemmen.4

Zielgerichtete Therapie

Zielgerichtete Therapien unterbrechen bestimmte Signale, die ein Tumor benötigt, um wachsen zu können.4 Voraussetzungen sind bestimmte Veränderungen (Mutationen) im Erbgut der Krebszellen, die bei etwa 15 Prozent der Lungenkrebspatienten vorliegen.5

Immunonkologische Therapie

Immunonkologische Therapien basieren auf der Tatsache, dass das Immunsystem das stärkste und wirkungsvollste Instrument des Körpers zur Erkennung und Bekämpfung von Erkrankungen ist. Immunonkologische Substanzen beeinflussen dieselben Signalwege, die Tumorzellen nutzen, um ihrer Erkennung und Zerstörung durch das Immunsystem zu entgehen. Das Immunsystem wird nachhaltig mobilisiert, Krebszellen zu erkennen und zu zerstören.4

Weitere Informationen zur immunonkologischen Therapie finden Sie hier.

Jede Therapie birgt das Risiko, neben der erwünschten Wirkung auch unerwünschte Nebenwirkungen hervorzurufen. Bevor die Entscheidung für oder gegen eine Behandlungsform getroffen wird, bespricht der Arzt mit den Patienten daher im Vorfeld gezielt mögliche Nebenwirkungen der Therapieform.

Bei der Diagnose und Behandlung von Lungenkrebs arbeiten Experten verschiedener Fachrichtungen zusammen: Dazu gehören Fachärzte für Krebserkrankungen (Onkologen), für Lungenerkrankungen (Pneumologen), für bildgebende diagnostische Verfahren (Radiologen und Nuklearmediziner), für Operationen (Thoraxchirurgen), für die Beurteilung von Gewebeproben (Pathologen) und Strahlentherapeuten (Radioonkologen). Im Idealfall koordiniert einer dieser Ärzte oder der Hausarzt als „Arzt des Vertrauens“ die Zusammenarbeit mit den verschiedenen medizinischen Fachrichtungen.

Für die ambulante und stationäre Behandlung gibt es in Deutschland zertifizierte Lungenkrebszentren. Diese zertifizierten Zentren haben sich auf die Behandlung von Lungenkrebspatienten spezialisiert.

Nach Abschluss einer Therapie sollte für jeden Patienten ein strukturierter und individueller Nachsorgeplan erstellt werden. Ziel des Nachsorgeplans ist es,

  • ein Wiederauftreten der Krebserkrankung rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln,
  • Begleiterkrankungen festzustellen und zu behandeln und
  • den Patienten bei seinen physischen, psychischen und sozialen Problemen zu unterstützen.

Die Häufigkeit der Kontrolltermine und der Umfang der Untersuchungen orientieren sich an Größe und Art des behandelten Tumors.

Im direkten Anschluss an die Akutbehandlung kann zudem eine Anschlussheilbehandlung (AHB), Rehabilitation genannt, in Frage kommen. Sie soll die Genesung nach einer schweren Operation oder anstrengenden Behandlung unterstützen. Die AHB kann, je nach Erforderlichkeit, sowohl stationär als auch ambulant durchgeführt werden.

Bei der Antragstellung für eine AHB kann der Sozialdienst der Klinik behilflich sein, in der die Operation bzw. die medikamentöse Therapie durchgeführt wird bzw. wurde.

Quellen

  1. American Cancer Society. Lung cancer (non-small cell). Verfügbar unter: http://www.cancer.org/acs/ groups/cid/documents/webcontent/003115-pdf.pdf. Abgerufen am 19.07.2016.
  2. Deutsche Krebsgesellschaft (DKG). Lungenkrebs: Feststellung des Krankheitsstadiums. Verfügbar unter: https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/definition/krankheitsstadium.html. Abgerufen am 03.06.2016.
  3. Krebsinformationsdienst Deutsches Krebsinformationszentrum (DKFZ). Lungenkrebs. Verfügbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/ lungenkrebs/nicht-kleinzellig.php. Abgerufen am 03.06.2016.
  4. Krebsinformationsdienst Deutsches Krebsinformationszentrum (DKFZ). Lungenkrebs. Verfügbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/ lungenkrebs/behandlung-uebersicht.php. Abgerufen am 03.06.2016.
  5. Reck M, Heigener DF, Mok, T. et al. Management of non-small-cell lung cancer: recent developments. Lancet 2013, 382:709–19.

Psychoonkologische Beratung

Die psychoonkologische Beratung kann für Krebspatienten eine wichtige begleitende Maßnahme sein, die in jeder Phase der Erkrankung wahrgenommen werden kann. Mehr auf www.krebs.de.

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Informationen zum Lungenkarzinom

Ausführliche Informationen zum Lungenkarzinom finden Sie auf www.krebs.de.

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